Edit
Not only the outstanding quality of the collection, but also our high level of activity in the areas of research, exhibitions and education guarantee the Artey prominent position in the international & art museum landscape.

Konferenz der Systeme









Ein Projekt von Jonas Hummel und Jens Carstensen

geplant für Frühjahr 2022

mit (angefragt):

Ralf Schreiber (Köln) – http://ralfschreiber.com
Hannes Hoelzl (Berlin) – http://www.earweego.net/
Niko LFO (Berlin) – https://nikolfo.com/
Lukas Truniger (Lille, F) – http://lukastruniger.net/
Tim Shaw (Newcastle, UK) – https://tim-shaw.net/
Echo Ho (Bejing, Köln) – https://goechospace.com/

„Konferenz der Systeme“ ist geplant als eine begehbare Installation und Klangperformance z.B. in leerstehenden innerstädtischen Kaufhäusern, alten ausgedienten Industriehallen oder ähnlichem mit ihrer jeweils spezifischen Infrastruktur. Diese Orte entwickeln nun im beginnenden Zeitalter der vernetzten Dinge ein Eigenleben.

In der Tradition von John Cage und David Tudor installieren wir Klangobjekte im Raum, nutzen von Tonfunkensender bis Überwachungssystem Schaltkreise, um elektrische Signale sichtbar und elektromagnetische Felder hörbar zu machen.

Im Sinne der Politik der Spektren geht es bei der Konferenz der Systeme auch um die Kapitalisierung freundlichster Frequenzgemische in Abgrenzung zum sogenannten Unsound, dem Geräusch. Ein Klang ist ein Klang ist ein Klang. Und sonst nichts! Oder?

Eine Antwort des Translokalen Rundfunkorchesters u.a.mit Jonas Hummel und  Lukas Truninger

Musik für Langsaite und Windharfen

IMG_1283

Bunker Valentin

Und da war ein Wind

Wider…
das Leugnen
das Abstreiten
das Relativieren
das Trivialisieren
das Beschönigen

Ein Projekt von Jens Carstensen und Kai Zeller (Klanginstallation)
in Zusammenarbeit mit Annemarie Strümpfler (Initiativkonzept)
geplant für 2022

Bedingt durch die Exponiertheit des Bunkers Farge am Weserufer und seiner Architektur ergeben sich meist deutlich spürbare Windströme/Wirbel besonders im Außenbereich und in Maueröffnungen. Im Innern dagegen ziehen eher leichte Luftströme durch, akustisch überformt von natürlichen Klängen von Wassertropfen, Vögeln und abhängig von der Windrichtung gelegentlichen Klängen aus der Umgebung.

Das Zusammenspiel dieser vor Ort gegebenen Phänomene- Wind/ Luftströme und klanglichen Phänomene, verdichten sich auch heute noch zu einer Lautsphäre, die wir als akustisches Erbe, als Nachhall jener Zeit verstehen, in der der Bunker entstand. Die Verwandlung einer grünen Wiese eines ländlichen Raumes an der Weser in einen kriegsfördernden Komplex, der untrennbar mit dem Thema der Zwangsarbeit gekoppelt ist.

Das Projekt …“Wider das Leugnen“ betrachtet den Bunker Valentin mit seiner Geschichte als nachhörbaren Raum. Der Bunker und seine heutige dünne akustische Klanghülle aus Windklängen wird zu einem Resonanzraum mit den ihm eigenen charakteristischen akustischen Ereignissen, Raumfrequenzen und Verweisen auf inhaltliche und zeitliche Zusammenhänge.

 

Quer durch den Raum wird eine Langsaite aus Federstahldraht gespannt – je nach den örtlichen Vorgaben. Sie ruht in einem Dauermagnetfeld. Wird der Saite elektrisch eine Frequenz aufmoduliert, dann wirkt die wechselnde elektromagnetische Feldkraft gegen die des Dauermagneten und die Saite versetzt sich durch diese Kraft in Schwingung.
Je genauer man die Grundfrequenz der Saite oder eine ihrer spektralen Obertöne trifft, desto größer wirkt die Kraft und erhöht die Auslenkung der Saite.
Die Grundfrequenz der Saite wird im Wesentlichen durch ihre Länge bestimmt. Die Grundschwingungen liegen in aller Regel weit (ca 3 Oktaven) unter unserem Hörbereich im Infraschall, können aber deutlich vom Auge wahrgenommen werden. Ähnlich wie bei Windharfen sind für uns Menschen nur die Obertöne hörbar.
Die Saite selbst strahlt auf Grund ihrer metallischen Qualität vor allem die höheren Frequenzen (ca. ab menschlichem Sprachbereich) direkt ab und ähnelt im Verhalten einem Schnurtelefon.
Die tiefen Frequenzen werden mit einem eigens entwickelten optischen Wandlersystem erfasst, per Computer in Klang rückübersetzt und über ein spezielles Lautsprechersystem in den Raum verstärkt.
Bei der Installation der Saite wird in aller Regel ein Raummaß aufgegriffen. Damit ist die Grundresonanz der Langsaite bestimmt. Jeder Raum hat eigene charakteristische Resonanzen, was vereinfacht übersetzt bedeutet: bestimmte Frequenzen/Spektren werden verstärkt oder bedämpft, wenn diese durch die Saite angespielt/angeregt werden. Der Klangraum/Resonanzraum ist hier im direkten Sinne die Hülle für den Klang, den die Saite abstrahlt. Es entsteht eine Wechselwirkung zwischen klingender Saite und Raumresonanz.

An einer oder mehreren dem Wind ausgesetzten Wänden/Wandöffnungen/Stellen des Bunkers werden eine bzw. mehrere Windharfen installiert. Die Ausführung Größe und Format hängen von den örtlichen Vorgaben ab. Im Gegensatz zur Langsaiteninstallation im Innenraum wird der Impuls für das Anschwingen der Saiten alleine durch die vor Ort herrschenden Luftströme ausgelöst bedingt durch die architektonischen Vorgaben und die Windverhältnisse vor Ort. Je nach Windsituation ist der Klang in der Umgebung weitreichend zu hören und verleiht dem Bunker damit eine zusätzliche Stimme.

Soundentwurf „Und da war ein Wind:“(Lucien Hirth, Reims, ehem. Zwangsarbeiter in Farge und Überlebender +2008)

Das Luftbild zeigt den U-Bootbunker «Valentin» im nördlichsten Stadtteil Farge von Bremen. Bei dem Bunker handelt es sich um einen der größten Bunkerbauten aus dem Zweiten Weltkrieg in Europa. Der Betonklotz wurde von Zwangsarbeitern erbaut und fast fertiggestellt. Bei dem Bau verloren über tausend Zwangsarbeiter ihr Leben. Zur Gedenkstätte Foto: Olliku

In Kooperation mit